Schweizermeisterschaft Thun 2010

Die SM 2010 der Superlative mit 82 Teilnehmern aus 6 Nationen war ein genialer Erfolg. Sie war sensationell organisiert und vorbereitet durch Lazzari’s und seine Helferinnen und Helfer.
Noch eine Woche vor der SM herrschten Regen und Temperaturen zwischen 8-12 Grad. Das nötige Wetterglück (Hochdrucklage, 25 Grad) sorgte dann für eine schöne Thermik. Am Donnerstagmittag wurde die SM mit einem Apéro und den dazugehörenden Reden eröffnet. Kurz darauf stellte sich die Thermik wie gehofft ein und wir konnten die drei geplanten Läufe bei 2-3 Bft segeln. Tagessieger wurde Flavio Marazzi auf dem neuem Wilke Finn, vor Christoph Burger und Karel van Hellemond NED. Die Bedingungen waren sehr schwierig, da man sich fast immer für eine Seite entscheiden musste und erst im letzten Drittel sah, ob man die richtige Seite gewählt hatte. Mehrheitlich zeigte sich die Oberhofener Seite als die Bessere.
Der Freitag bot dasselbe Prozedere wie am Tag zuvor. Christoph Burger, Andre Budzin und Martin Mitterer hatten die Thermik am besten im Griff und wurden Tagessieger. Die Zwischenrangliste präsentierte sich wie folgt: erster Burger 14  Pkt. zweiter Marazzi 21 Pkt. und dritter Bohn 25 Pkt.
Am Samstag präsentierte sich die Ausgangslage aus meiner Sicht eigentlich noch besser als am Freitag: Der vollkommen klare Himmel, sollte für eine ganz normale Thermik sorgen. Die Thermik liess jedoch lange auf sich warten und konnte sich dann den ganzen Tag nicht richtig aufbauen. Erst nach 15 Uhr konnte bei löchrigem Wind zum 7. Lauf gestartet werden. Dieser Lauf stellte sich im Nachhinein als Knackpunkt für einige Segler heraus: ein grösseres Windloch in der Mitte der zweiten Kreuz, dazu ein 20-30 Grad Rechtsdreher durchmischte die Reihenfolge in diesem Lauf nochmals stark. Die zwei letzten Läufe der Meisterschaft konnten bei konstanterem Wind, aber immer noch bei starken Drehern entweder von links oder von rechts, gesegelt werden.
André Budzien 3-facher Masters-Weltmeister zeigte uns an diesem Tag den Meister, was ihm mit den Rängen 1, 1 und 2 verdient den Schweizermeistertitel einbrachte. Dahinter wurde es richtig spannend. Denn der zweite bis sechste Rang trennten am Schluss nur gerade 6 Punkte.
Umso erfreulicher ist deshalb der zweite Rang von Flavio, der sich sehr gut mit dem neuen Wilke Finn zurecht fand und den Thunersee taktisch, wie zu erwarten war, bestens im Griff hatte.
Mit dem Holländer Karel als Bronzemedaillengewinner waren drei verschiedene Nationen auf dem Treppchen vertreten.
Grossen Dank an den Wettfahrtleiter Peter Keller und seinem Team sowie der Jury, die sich als sehr souverän und kompetent herausstellte.

Insider News:

  • Uwe Barthel und André Budzien versprachen Folgendes: Sollten wir es schaffen, die ersten 10 der diesjährigen SM-Rangliste an der Lebkuchenregatta an den Start zu bringen, würden sie auch teilnehmen.
  • Es gibt Finnsegler, die nur ein Ende des Schwertgummis einhängen, um so das Schwert besser hochziehen zu können. Leider ergibt dies beim Grüssen der Forellen im Thunersee ein Problem, weil beim durchgekenterten Finn das Schwert in der Öffnung verschwindet ;-)
  • Die Fische am Donnerstagabend kamen nicht aus dem Faulensee, da dies eine Ortschaft ist und kein See, wie wir durch die Grillfrau belehrt wurden.
  • Die deutschen Finnkollegen fordern zu Recht, dass wir mal eine grosse Schweizer- oder Schweizerische-Delegation an die IDM schicken sollten. Im September 2011 findet in Warnemünde, in der Nähe von Rostock, eine zentralisierte deutsche Meisterschaft mit allen Olympiaklassen statt. Warenmünde ist eine sehr schöne Stadt und die Windverhältnisse sind normalerweise sehr gut. Es lohnt sich also, eine Reise zu planen.
  • Revanchieren könnten wir uns auch bei unseren holländischen Kollegen die jetzt schon mehrmals an der Schweizermeisterschaft teilnahmen. Die ONK findet dieses Jahr vom 17.-19. September in Medemblik statt.

Mein Plan, keinen Bericht zu schreiben, scheiterte leider auch kläglich. Bis vor dem letzten Lauf lag ich voll im Soll; ich musste einfach zwei Ränge hinter Fräne ins Ziel kommen und das Ganze hätte sich erledigt. Da ich aber wie schon die ganze SM im letzten Lauf des Tages mit der Spitze mithalten konnte und sich die Chance zu einen Laufsieg zeigte, packte ich sie und verwies den neuen Schweizermeister auf Rang zwei. Für mich ein versöhnlicher Abchluss einer durchzogenen SM.

Schlussfazit: Es war eine sehr schöne und sehr gelungene SM. Hoffen wir, dass diese SM für die Zukunft als Vorbild dient.

Als letztes möchte ich noch allen Helferinnen und Helfern, die jetzt nicht erwähnt wurden, herzlich danken und ich hoffe, alle nächstes Jahr in Steckborn wieder zu sehen.

Seglerische Grüsse
SUI 5