Zugerseemeisterschaft 2009 – Eine Regatta mit Podestplatz-Garantie

Die Zugerseemeisterschaft I vom 16./17. Mai war in vieler Hinsicht bemerkenswert. Zuerst mal kam Zug zu einer Finn-PM wie die viel zitierte Jungfrau zum Kind. Weiter erschien es mir ziem­lich ambitioniert, mit Star, Surprise, Sportbooten und Finn vier Klassen nach Zug einzuladen. Für mich war es schliesslich etwas ungewohnt, von allen Seiten daraufhin an­ge­spro­chen zu werden, wie viele Finnsegler nach Zug kommen werden. Ich sagte mal vorsichtig: „Letztes Mal waren wir fünf, mit etwas Glück könnten es vielleicht 10 sein.“

Das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite. Leider ist das in Zug öfters mit eher schwachem Wind verknüpft. Trotzdem liess uns der Wettfahrtleiter Lukas Fritz auslaufen. Bei der Startlinie angekommen wurde dann die schiere Grösse des Anlasses deutlich sichtbar. Die Starbootklasse hatte sich im Vorfeld in globo abgemeldet. Von den über 20 Surprise des Zugersees bereiteten sich gerade mal drei auf den Start vor. Ein einziges Sportboot tauchte auf. Und Finnsegler waren auch am Start? Ja, wir waren deren drei. Thomas Gautschi, Hansruedi Osterwalder und ich hätten eigentlich auch ebenso gut mit meiner Surprise starten können. Aber manch­mal kommen einem die guten Ideen leider erst im Nachhinein.

Am Samstag konnten wir bei Südwest-Wind von 1-2 Bft. vier Läufe segeln. Im ersten Lauf hatte Hansruedi Thomas und mich auf der Startkreuz eiskalt über die rechte Seite erwischt und die Führung nicht mehr abgegeben. Im zweiten Lauf konnte ich davon profitieren, dass Thomas noch an seinem Schwachwind-Trimm feilte. Ich schaffte es, mich auf der zweiten Kreuz an ihm vorbeizumogeln und den Vorsprung ins Ziel zu retten. Danach aber liess sich Thomas die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und überliess Hansruedi und mir den Kampf um die Plätze. Am Samstag-Abend vier Läufe im Kasten, wer hätte das gedacht?

An Land übernahm die Piraten-Flotte Zug das Zepter und bat zu Tisch. Der Speck-Gugelhopf von Thomas wurde begeistert gekostet und vielfach verdankt. Das angenehme Frühsommer-Wetter lud nach einem ausgezeichneten Abendessen zu einem Spaziergang entlang der Seepromenade in die Zuger Altstadt ein. Während des Schlummertrunks am Landsgemeindeplatz riefen Breakdance-Einlagen eines Jungen rundherum spontane Beifallskundgebungen hervor und wurden unerwarteterweise mit klingender Münze belohnt. Es war eine Freude, dieses Jungengesicht in einer Mischung aus Glück und Verlegenheit strahlen zu sehen. Auch ein Möchtegern-Elvis stolzierte anschliessend über’s Kopfsteinpflaster und gab eine (Playback-) Einlage zum Besten. Kurz, Zug zeigte sich von einer seiner besten Seiten, und es war eine Freude, dies meinen beiden Finn-Mitstreitern zeigen zu können.

In seiner Euphorie aufgrund der vier bereits gesegelten Läufe bestellte uns Wettfahrtleiter Lukas am Sonntag erst um 11h ins Clubhaus. Viel Zeit am Morgen, die aber beim gemeinsamen Finn-Frühstück (danke Rita!), erstaunlich schnell fast wieder knapp wurde. Am Hafen war vorerst einmal Start­verschiebung angesagt. Um 12.30h wurde Lukas aber unruhig und liess uns auslaufen. Der erste Startversuch musste noch vor der Luv-Tonne abgebrochen werden. Zu guter Letzt erreichte Gevatter Föhn dann auch noch das Zuger Segelrevier und wir konnten noch bei 3-4 Windstärken einen fünften Lauf durchführen, den Thomas wieder in souveräner Art und Weise nach Hause segelte.

Fazit: Eigentlich ein wirklich gelungener Anlass mit einem einzigen grossen Wermutstropfen. Toll, dass sich die Piraten-Flotte an Land und die Wasser-Crew unter Lukas Fritz angesichts der allseits schwachen Beteiligung nicht aus dem Konzept bringen liess. Sie haben ihren Part ausgezeichnet erfüllt. Vielleicht setzt Lukas dann beim nächsten Mal in der Ausschreibung den Meldetermin auch nicht mehr auf bis 10h, wenn er in Tat und Wahrheit zwischen 10h und 12h meint.

Eine Rangliste? Die gab’s auch: 1. Thomas Gautschi, YCB, SUI 496, 2. Beni Krienbühl, YCZ, SUI 21, 3. Hansruedi Osterwalder, YCH, SUI 64

Beni Krienbühl, SUI 21