Segelwoche 2009 – Thun

Es war kein einfaches Wochenende für Segler und Wettfahrtleitung – der Thunersee zeigte sich löchrig und windschwach. Zum Glück mussten wir nicht eine ganze Woche bei diesen Verhältnissen segeln, so wie es der Name der Regatta eigentlich vermuten lässt. Nichtsdestotrotz konnten fast 4 Wettfahrten gesegelt werden.
Nun gut, die Taktik war nicht einfach, starke Nerven waren gefragt. Das mussten fast alle am eigenen Leib erfahren.  Als Ändu Friderich zuerst in Führung liegend im Anschluss an dieses Hochgefühl brutal nach hinten gereicht wurde war der Schaum vor dem Mund nicht mehr weit! Auch Christoph Christen zeigte nervösen Halse-Hyperaktivismus als ihm Leichtwindpfeil Hans Lehmann auf dem Vorwind um die Ohren zu fahren drohte (an der Kreuz macht er das übrigens auch…). Der Leichtwindpfeil segelt in dieser Saison so schnell und konstant, dass ich mich schon gar nicht mehr aufrege wenn er oben oder unten vorbeidonnert. Ich blende ihn optisch einfach aus und freue mich über einen allfälligen zweiten Rang (soviel zu meinem Mentaltraining…). Einmal zeigte auch die Wettfahrtleitung Nerven als sie bei den Finns den Lauf 100 m vor dem Ziel abschoss. Der Schreibende hatte sich zwar gerade in ein Loch verabschiedet und vier Ränge verloren, trotzdem war es schade um den Lauf der uns den von vielen ersehnte Streicher gebracht hätte.
Wie segelt man bei so wenig Wind eigentlich schnell? Diese Frage wurde intensiv diskutiert. «Wie viel Niederholer ziehst Du?» wollte manch einer wissen. Fatzer’s legendäre Kamasutra-Leichtwindstellungen wurden genauso erwogen wie Jiri’s lässig auf dem Vordeck abgestützter Arm oder Röbu’s weit ausgefiertes Grosssegel. Einige machten es sich auch gemütlich und legten sich einfach quer ins Boot rein, andere verbrachten die halbe Kreuz stehend – vielleicht auf der Jagt nach verirrten Schaumkronen…!. Entscheidend waren aber in der Regel die Dreher & Löcher die es zu erwischen resp. zu vermeiden galt.
Es kam am Schluss wie es kommen musste – dank seiner grossen Routine und Übersicht setzte sich Christoph Christen gegen den Leichtwindpfeil Hans Lehmann durch.
Soviel zum Geschehen auf dem Wasser. Beim geselligen Teil gab es keine Löcher und Dreher! Am Dammfest wurden wir kulinarisch (10-Meter-Buffet) und musikalisch (The Rascals) verwöhnt! Es war wie immer gemütlich und entspannt im Kreise der Finnfamilie!

Franz Bürgi, SUI 12