Niederhornkanne Finn 2009
Schwierig ist relativ! Mann könnte meinen Finnsegeln sei schwierig?!
Doch ich nehme es vorab: Campieren kann noch viel schwieriger sein.
Was dies zu bedeuten hat: Später in der Sendung!
Der «Unter» hatte es relativ schwer sich gegen den Widersacher «Ober» durchzusetzen.
Es gelang ihm für eine kurze Zeit, gerade lang genug, um die 25
Teilnehmer für den ersten Lauf über den Kurs zu hetzen. Christen
zeigte kein Erbarmen, fing mich kurz vor der Ziellinie ab und gewann
den ersten Lauf. Als Dritter folgte kurz darauf der unsichtbare Wilke,
der beinahe der lachende Dritte vom Infight zwischen Christen und mir
wurde. Der «Unter» hatte ausgedient und bei schwachem «Ober» wurde
weiter gekämpft.
Woher kommt der Wind? Tendenziell vom Niesen
oder doch plötzlich eher vom Oberhofner Ufer? Gautschi fand die
Lösung und gewann den Lauf vor meiner Wenigkeit. Der Bürgi
segelte tapfer mit und beendete den kniffligen Lauf auf Platz drei.
Er war so im Schuss, dass er die Wettfahrtleitung aufforderte, doch
noch den «Followmee» zu setzen und einen weiteren Lauf
zu starten. Er hatte vollkommen Recht, denn der «Ober» etablierte
sich immer besser und wir segelten den schönsten Lauf vom Tage.
Christen meldete sich von seinem kurzen Durchhänger im zweiten
Lauf zurück
und gewann souverän vor dem Clubkollegen Gautschi und dem Lokalmatador
Christof Wilke.
Am Abend wurde bei Freibier Seemannsgarn gesponnen und die meisten
Segler genossen ein gemütliches Beisammensein mit Speis und Trank
im Clubhaus. Alle verschwanden in ihren warmen Betten Zuhause oder
in Hotels. Nur ich dachte, ich sei der König in meinem neu erstandenen
VW T5 California. Hubdach auf und ab in den Dachstock des Campers unter
die Sommerdecke. Mitten in der Nacht wurde es etwas frostig und dementsprechend
ungemütlich! Kein Problem, da gibt es ja eine Standheizung, das
wäre ja gelacht! Doch kam aus dem Gebläse nur kalte Luft
und die Nacht war etwas versch…lottert.
Am Sonntagmorgen war ich selbstverständlich der Erste am Hafen
und wollte meinen Finn für die SM tunen. Nur noch kurz den Camper
zurückbauen war mein Wille, doch das hydraulisch absenkbare Hubdach
machte einen kurzen Ruck und danach ging gar nichts mehr.
Unterdessen waren schon alle eingetrudelt und bereit für die Sonntagsläufe.
Gegen Mittag zog der «Unter» an und vermochte uns gerade
noch bis ins Startgebiet zu treiben. Das Spielchen zwischen den beiden
Thermiken auf dem Thunersee begann erneut. Der «Ober» gewann
und es reichte knapp zu einem abgekürzten Lauf. Die Abkürzung
wurde auf dem ersten Vorwindkurs signalisiert noch bevor die ersten
Boote die schon vorbereitete aber nicht gekennzeichnete Ziellinie
passiert hatten. Im selben Moment wurde das ganze Feld zusammengeschlossen,
da im «Zielbereich?!» Flaute herrschte. Christen und Carlo
waren weit voraus und retteten sich in das vermeintliche Ziel, doch
da kam kein Schuss. Der Wenger Urs, Bruno Marti, Wilke und ich profitierten
vom allgemeinen Zögern und umschifften den Finnknäuel grosszügig.
Christen vermochte sich gerade noch aus dem Pulk zu befreien und schloss
erneut zur Spitze auf. Auf dem kurzen Amwindschenkel bis ins Ziel spielte
der Wind noch etwas Karussell mit uns, wobei der richtige Sieger erneut
gewann. Ihr ahnt es: Christoph Christen. Herzlichen Glückwunsch
dem Newcomer Wenger Urs zum zweiten Rang. Ich war zufrieden mit
dem dritten Platz, den ich dank dem «Massenverwirrnis» erben
konnte.
Nun kam er doch noch der «Unter». Noch nicht ganz etabliert,
aber dennoch schön zum Regatieren! Ein toller Abschluss für
ein relativ schwieriges Wochenende in verschiedenen Belangen.
Die Preisverteilung auf dem Dach vom schönen TYC war erneut etwas
verwirrend, bis der Cärlu bemerkte, dass auf der Rangliste der
Streicher fehlte. Dank Computertechnik und geschulten Leuten erschien
der Wettfahrtleiter mit dem richtigen Klassement. Christoph Christen
YCB, gewann souverän
vor seinen Clubkollegen Thomas Gautschi und Peter Theurer.
Carlo Lazzari bedankte sich im Namen aller Finnsegler bei der Wettfahrtleitung,
die das Maximum aus den vorherrschenden Winden machte. Sieger Christoph
Christen lud alle zur traditionellen Freibierrunde ein, währenddem
der Schreiberling erneut mit seinem nur Hub- und nicht mehr Senkdach
beschäftigt war.
Peter Theurer, SUI 67
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