Mémorial Marc Lambelet 2009 – Neuchâtel

Zwei Tage vor der Regatta stürzte die Temperatur von 18° C auf 6° C, angesagt waren Bise, Regen und 2-3 Bft. Ich besorgte mir einen neuen Schlafsack und sicherte mir als Erstes ein warmes Plätzchen im Massenlager.

Am Samstag baute die Bise nur langsam auf, also wurde zunächst gewartet. Auf den Startverschiebungswimpel wurde verzichtet, schliesslich sassen wir alle zusammengedrängt in der warmen Bar und wer hätte schon das Herz gehabt den armen Wettfahrtleiter deswegen bei dieser Kälte hinaus zu jagen? Als es nach zwei Stunden klar wurde, dass der Wind heute eh nicht besser wird, gingen wir raus. Die schwache Bise gab kräftig nach und wir warteten. Eine Gewitterzelle zog vorbei und brachte auf einenSchlag 4 Bft, stetig bis 90° drehend. Wir nutzten die Lage für einen Lauf, wobei es nur 7 der 8 Teilnehmer über die Startlinie schafften. Rüfe kenterte 1 Min vor dem Start und führte von da an ein Ballett auf dem Schwert vor, das die Anderen aus der Hängeposition mitverfolgen durften. Der Lauf wurde kurz vor der Luvtonne abgeschossen. Rüfe hatte derweil aufgerichtet, doch sein Boot war vollgelaufen, also bekam er vom Rettungsboot als erste Hilfsmassnahme einen Kübel. Als das nicht half, wurde er abgeschleppt.

Zunächst ein paar mal hin und her, dann durfte er mit nassen Füssen beim Bojeversetzen zusehen. Einmal in Landnähe, löste er sich los und paddelte das vollgefüllte Boot in den Hafen. Wir segelten indessen bei nur noch schwacher Bise weiter, wobei Piesli niemanden an sich vorbei liess. Auch nicht Jan, der auf der Rakete des Schweizermeisters sass und mehr Höhe und Speed machte, als alle anderen.

Das Fondue war vorzüglich, der Wein super, aber nichts auf der Welt schlägt die warme Dusche danach. Mitten im ausgelassenen Feiern rief Fräne vom Dümmersee an und berichtete über seine und Hazy's Er- und Misserfolge. 15 deutsche Freibier und 5 Ballon Epesses später rief er nochmal an, aber da war die Verbindung nicht ganz klar. Da uns die Fachgespräche nicht mehr weiter brachten, schlichen sich Carlo, Piesli und ich in die eiskalte Nacht um an die Daten der besagten Rakete zu kommen. Für die Nachwelt: Die Idealmasse sind 387, 70, 32.

Peter TheurerDer Sonntag begann viel freundlicher als erwartet, die Sonne zeigte sich und auch der Wind nahm stetig zu. Nach einem gemütlichen Frühstück, das uns offiziell mit einem AP-Wimpel genehmigt wurde, liefen wir aus und erlebten einen schönen Lauf bei Bise bis 2Bft. Der 2. Lauf kränkelte aber bereits etwas. Jan und ich fuhren seewärts, während alle anderen nach links wendeten und dort parkierten. Wir hatten gerade so 100 m Abstand zum Rest, Jan ca. 10 m vor mir, da machte er eine Wende um etwas Höhe zu holen. Währenddessen hielt ein Motorboot vor mir, hisste die Bahnabkürzungsflagge und erklärte die Linie zur Luvtonne zur Ziellinie. Ich überlegte noch kurz, was ich dazu sagen soll, drehte mich aber um und sah Jan jetzt ca. 10 m hinter mir. Also sagte ich «Merci».

Wir bekamen reichlich Zeit und freundliche Wärme zum Verladen und wie jedes Jahr zum Abschied ein Glas Weisswein, spendiert vom Patron für die Heimfaht. Piesli bekam die verdiente Trophäe und wir alle bekamen im Nachhinein trotz allen Unkenrufen ein schönes Regattawochenende geschenkt.

Jiri, SUI 7

Peter Theurer, Gewinner des Mémorial Marc Lambelet 2009
(Bild@Jiri Huracek)