Finn Cup 2009 – Malcesine
Anfang Oktober folgte ich mit meiner Familie wie fast immer dem Ruf
zum Gardasee.
Bereits Donnerstagabend kamen wir im immer noch neuen Club der Segelgemeinschaft
Malcesine an, hängten aber nur schnell ab, um noch den Campingplatz
in Malcesine zu beziehen.
Bereits beim Aussteigen schwärmte meine Familie und ich über das sofort
spürbare «Bella-Italia», obwohl auch bei uns am Bodensee der
Sommer nicht enden will (darf) bemerkt man sofort den Temperaturunterschied – «hier
ist ja noch Sommer» . Zudem klangen einige Vespas im Hintergrund und die
Kakis um unseren Stellplatz dufteten wunderbar nach Orange. Abends den obligatorischen
Martini am Hafen und danach zum Schlemmen zu meinem Lieblingsitaliener Pedro
II in die Stadt – so lässt es sich aushalten.
Am nächsten Morgen dann ein Blick auf die Liste mit 48 Teilnehmern
aus ganz Europa und ein Feld, bei dem (Master-) Man getrost beruhigt
sein kann nicht unter die ersten 10 – 20 zu gelangen stimmten
auf das Sportliche ein. Auch eine stattliche Anzahl Landsleute aus
dem hohen Norden (also nördlich von Frankfurt) war vertreten,
Felix als der einzig bayerische Delegat bewies, dass Regatten doch
nicht nur nach der Entfernung zur heimatlichen Garage ausgesucht werden.
Wie immer großes Hallo Amigo mit den Finnisti, die ich ob meiner
Absenz bei EMs und WMs doch schon länger nicht gesehen habe,
dann aufbauen, neue Boote begutachten und beim Eröffnungsapero
ein Weinchen schlürfen. Dann gings auch schon los:
3 Wettfahrten am ersten Tag bei perfekten Bedingungen und Windstärken
zwischen 2-4 forderten die (nicht ausreichend vorhandene) Hängemuskulatur,
im Mittelfeld bei der Kante der Bucht anzukommen forderte die (nicht
ausreichend vorhandenen) Nerven ebenso. Beim freien Pumpen trennte
sich das Feld Vorwind dann doch erheblich, und man segelte wieder
zwischen den üblichen Verdächtigen umher.
Die beiden Profis aus Kiel kamen immer irgendwie vorne aus, («komisch,
grade war ich doch noch vor ihnen»), der Rest von uns teilte
sich das vordere bis hintere Mittelfeld (ging bis Platz 48 J). Aber
auch auf den hinteren Plätzen wurde hart gekämpft (sogar
so hart, dass die beiden Letzten etwas abgeschlagen vom Feld einen
Vollcrash an der Tonne verursachten – das nenn ich Einsatz).
Abends dann noch die übliche Pasta und Freibier / Freiwein auf
der wunderschönen Terrasse des Clubs. So lässt es sich aushalten.
Durch die abendliche Pasta gesättigt, gingen wirklich nur noch
eine kleine Schinkenplatte, Artischocken und Oliven mit einer Flasche
Roter rein, genossen bei wunderbarer Aussicht auf die Lichter von Limone.
Am 2. Tag nochmals 2 Wettfahrten bei idealen Bedingungen ohne allzu
große Verschiebungen in der Platzierung, Pasta und Freibier/Freiwein
bis zum Abwinken in der Norditalienischen Abendsonne.
Ein wunderbares Abendessen mit den holländischen Freunden rundeten
auch diesen Tag ab, wir fielen todmüde ins Bett – ich vom
Segeln - meine Mädels vom Shoppen.
Sonntags dann der obligatorische Morgens-In-der-Dämmerung-Ist-es-in
Italien-auch-Schweinekalt-Start bei Nordwind um 8:00 Uhr. Der wollte
aber nicht so richtig einsetzen, da die Nachtwolken es nicht ganz so
kalt werden ließen. Das verursachte erlöste Gesichter bei
den Kumpanen, die letztes Jahr die Morgen-Wettfahrten zu überleben
versuchten und Enttäuschung bei denen die endlich auch mal bei
richtig viel Wind segeln wollten.
So kam es dann zu einer Wettfahrt mit wunderbaren drehenden Bedingungen,
die das Feld komplett durcheinander brachte. Matthias durfte wohlverdient
die Luvtonne als erster nehmen (mit einigem Abstand), ließ dann
aber doch höflicherweise noch ein paar anderen noch den Vortritt
ins Ziel, da er wohl einsah, dass die anderen 5 unbedingt vor ihm sein
wollten.
Die Unken vom Vortag die meinten, man könnte auch eine Stunde
später starten, wurden beim Einlaufen gegen 10:00 durch die Flaute
eines Besseren belehrt, und so waren dann alle Frühsportler stolz
auf sämtliche Leistungen, bekamen nochmals Pasta/ Freiwein/Freibier
um den Sieger zu Ehren. Und machten sich dann nach einem wirklich PERFEKTEN
Wochenende wieder auf die Heim- oder Weiterindenurlaubsreise.
Pech für alle die bei dieser wirklich tollen Regatta nicht
dabei sein konnten – aber nächstes Jahr fahren sicherlich
alle wieder hin und vielleicht auch noch ein paar mehr.
Euer Bollo, GER 19 |