Internationale Schweizermeisterschaft 2008 – Romanshorn
Die SM 2008 in Romanshorn war ein voller Erfolg! Insgesamt 9 Wettfahrten
in drei Tagen bei anspruchsvollen Bedingungen (2-5 Bft mit zum Teil
schwierig zu steuernden Wellen und interessanten Windmustern) sorgten
für müde Glieder, die eine oder andere schmerzenden Stelle
oder auch für ein kühles Bad im See! Die Wettfahrtleitung
unter der Leitung von Adi Gerlach arbeitete mit Ausnahme von ein paar
krummen Startlinien einwandfrei. Der Anlass zusammen mit den anderen
Olympia-Klassen (Laser, Star, 49er) war ein voller Erfolg obschon das äusserst
kalte Wetter die Feststimmung an Land etwas dämpfte. Eine grosse
Leistung der Bodensee-Clubs rund um Romanshorn die mit hervorragenden
Windverhältnissen belohnt wurde (..und dies obschon wir in Sichtweite
des Rietli segelten…).
Der ganz grosse Dominator war Christoph Christen der gar nichts anbrennen liess
und die Serie gleich mit fünf 1. Rängen eröffnete (..wir wollten
ihn schon für ein paar Wettfahrten zu den Starbooten schicken damit er dort
wieder mal eins auf den Deckel kriegt)! Am Schluss nach 9 Wettfahrten hatte
Christoph nur 11 Punkte auf dem Zähler – unglaublich! Herzliche Gratulation
dem neuen Superschweizermeister!
Auch Thömu Gautschi fuhr stark, gewann einen Lauf und klassierte sich am
Schluss hinter einem Deutschen Dreierblock als fünfter und damit als zweitbester
Schweizer - und dies trotz einem freitagnächtlichen Einsatz in der Backstube
inkl. Hin- und Rückreise!!
Soviel zur offiziellen Berichterstattung. Wie immer interessiert ja die geneigten
Leser ein Blick hinter die Kulissen – dieser soll auch heute nicht fehlen:
- Caipirinha Girls:
Carlo brachte gleich seinen persönlichen Fanclub mit. Schon
am ersten Abend gingen im Grossraum Romanshorn wegen dem sprunghaft
angestiegenen Caipirinha-Konsum die Limetten aus. Des Rätsel’s
Lösung war die „Mini-Bar“ (eine „multifunktionale“ Bar
mit verschiedenen Themen-Zonen – da gab es einerseits die Bar
mit langer Theke und American Wrestling Videos, dann gab es im Obergeschoss
eine Zone mit vielen wilden Rockern und dann noch so einen rot beleuchteten
Eingang bei dem sich niemand so recht vorstellen konnte was das soll…).
Auch sonst sorgten die Caipirinha Girls überall für Stimmung,
plünderten Outlet Stores, genossen Wellness-Oasen und hielten
mit Garagen-Nummern EU-Zöllner auf Trab (und wahrscheinlich
auch Carlo – aber der war cool wie immer und segelte nach dem
intensivsten Limetten-Abend bei Hack sogar als 10ter ins Ziel).
- Ernst Schläppi bestritt seinen ersten grossen Ernstkampf im
Finn. Wie es sich für einen SM-Neueinsteiger gehört liess
er es sich nicht nehmen, die Forellen im Bodensee persönlich
zu begrüssen. Als er sich dann noch überlegen musste wie
er seiner besseren Hälfte erklären soll warum er das Podest
verpasst hat wurde sofort klar – hier herrscht Leistungsdruck!
Watch for Ernest!
- Grosser Abwesender an dieser SM war Rüedu. Sein Boot schickte
er allerdings mit einem richtigen Starkwind-Mann in der Person von
Erich Fischer trotzdem an den Start. Ganz klar, Rüedu hätte
wie wir alle auch gelitten bei diesen Verhältnissen. Er begnügte
sich am Schluss mit einem SMS aus der warme Stube, mit dem er dem
Schweizermeister gratulierte und zugleich kundtat, dass er gerne
mal vor ihm durchgesegelt wäre (ich kann Dir sagen Rüedu,
das wäre ein verdammt schwieriges Unterfangen gewesen..….)!
- Unser Fatzer Hans war voll in Fahrt! Ein neues Segel verlieh ihm
Flügel – höher und schneller war das Resultat! Nach
dem Start kämpfte er sich einmal wie ein Löwe aus der Leeposition
des Schreibenden nach vorne und versenkte ihn postwendend. Dabei
kam eine Art „Starkwind-Kamasutra“ zum Einsatz – mit ähnlichen
Bewegungen mit denen uns Hans bisher immer bei Schwachwind um die
Ohren gefahren ist!
- Huck Finn war wie immer für Spektakel gut! Taktisch fast immer
total fit, beim Pumpen effizient, trotz rundem Mast unanständig
schnell, auch bei Kälte mit zerfetztem Tröcheler-Kragen
unterwegs und einmal mit einem „Wohlfahrtsschlag“ die
Parade abnehmend – das sind die Leichtgewichte vor denen auch
die Fat Boys erschauern!
- Unsere ausländischen Freunde setzen einmal mehr die Farbtupfer
an unserer Meisterschaft! Jiri Outrata fuhr den langen Weg von Prag
bis an den Bodensee um uns den Meister zu zeigen. Mit einer guten
Serie segelte er auf den 6. Rang! Vive la France – Yves Zoccola & Joseph
Rochet sorgten auf dem Wasser und am Land für gute Stimmung!
Die Deutsche Delegation segelte stark und belegte die Top Ten Ränge
2 (Munck), 3 (Eiermann) und 4 (Hoffmann), 7 (Müller) und 9 (Barthel).
Insbesondere gegen Uwe Barthel habe ich persönlich eine äusserst
spannende Meisterschaft gesegelt. Wir konnten fast machen was wir
wollten – immer waren wir praktisch gleichauf. Die Starkwind-Zielkreuz
im letzten Lauf war ein Kampf sondergleichen (es ging um Rang acht) – wir
schenkten uns nichts und lachten trotzdem immer. Am Schluss setzte
sich Uwe durch – im Gesamtklassement hatte ich das Glück
knapp auf meiner Seite. Das ist Finnsegeln!
- Und was gab es sonst noch – die Serviererinnen liebten Bruno’s
Eiskafi- & Cognac-Kombination nicht sonderlich und liessen ihn
einfach hocken bis dem Bruno fast der Kragen platzte…!
- Hazy war voll im Saft, schmiss den Laser-Präsi unzimperlich
aus dem GV-Saal um sich dann später im Taucher und trotz eisiger
Kälte ohne Schuhe zu entschuldigen! Der Osterwalder Clan sponserte
das Benzin für alle OK-Boote was Hazy eine Ovation im Bodan-Saal
einbrachte welche er sichtlich zu geniessen wusste!
Fazit:
Ein super Anlass bei besten Bedingungen zusammen mit guten Freunden!
That’s finn sailing!
Franz Bürgi
SUI 12 |